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Nachhaltigkeit bei PROMATIS

Nachhaltigkeit bei PROMATIS

Interview mit Tibor N├ęmeth, Corporate Sustainability Manager der PROMATIS

PROMATIS hat nicht nur mit dem Beitritt des Klimaneutralit├Ątsnetzwerks der TechnologieRegion Karlsruhe einen wichtigen Grundstein gelegt, sondern auch das Bewusstsein im Unternehmen der letzten Jahre grundlegend unter die Lupe genommen. Erfahren Sie im Interview mit Tibor N├ęmeth, Corporate Sustainability Manager der PROMATIS wie mit dem Thema Nachhaltigkeit bei PROMATIS umgegangen wird und wie sich die Unternehmensentwicklung f├╝r die kommenden Jahre gestaltet.

Nachhaltigkeit als Megatrend: Welche Faktoren bedingen in deinen Augen diese Entwicklung?

Sowohl Restriktionen seitens der Gesetzgebung, als auch das Ziel der proaktiven ├ťbernahme gesellschaftlicher Verantwortung, aber auch Vorteile hinsichtlich der Wettbewerbsf├Ąhigkeit veranlassen immer mehr Unternehmen dazu, sich dem Thema anzunehmen. In jedem Fall wird Nachhaltigkeit zum elementaren Bestandteil der Unternehmensstrategie und beeinflusst unter anderem die Effizienz, Kostenstruktur sowie das Image der Unternehmen positiv. Damit profitieren sie nicht nur von gesteigerten Margen, sondern erzielen au├čerdem Vorteile in Rekrutierung und Mitarbeiterzufriedenheit, wie eine Studie der LBBW zeigt.

Nachhaltigkeit hat also auch viel mit Wirtschaftlichkeit zu tun. Was bedeutet das f├╝r Unternehmen, die nachhaltig agieren wollen?

Das in den 1990ern entwickelte 3 S├Ąulen-Modell ist noch heute f├╝r die nachhaltige Entwicklung in Unternehmen pr├Ągend. Danach gilt es, ├ľkologie, Soziales und die ├ľkonomie in ein Gleichgewicht zu bringen. Solch eine nachhaltige Gesch├Ąftsstrategie erfordert einen integrierten Ansatz und eine ganzheitliche Betrachtungs- und Vorgehensweise. Das hei├čt es braucht durchdachte Konzepte, aufmerksames Monitoring innerhalb und au├čerhalb des Unternehmens und einen langen Atem, um wirklich und effektiv agieren zu k├Ânnen. Daneben finde ich wichtig anzumerken, dass Nachhaltigkeit ├╝ber alle S├Ąulen hinweg zumindest generationengerecht, wenn nicht sogar generationenpositiv sein sollte. Das hei├čt, wir sollten nie mehr entnehmen, nie mehr verbrauchen und vor allem nie soviel verschmutzen und zerst├Âren, als dass nachfolgende Generationen daraus einen Nachteil erfahren.

Gibt es hier Besonderheiten im Kontext dienstleistungsorientierter Unternehmen, gerade im IT-Bereich?

Im Dienstleistungssektor sind die Schwerpunkte verschoben. Wir bei PROMATIS sehen uns nicht direkt mit dem Einsatz von Ressourcen im Rahmen einer Produktion konfrontiert, k├Ânnen daf├╝r aber an anderer Stelle Einsparungspotenziale aufdecken, etwa in Sachen Hardware und Energieverbrauch. Wir arbeiten intern stetig an Optimierungen und verfolgen den ressourcenschonenden Einsatz betriebsnotwendiger Arbeitsmittel. Als IT-Dienstleister beraten wir aber auch unsere Kunden hinsichtlich alternativer Verfahren, entwickeln nachhaltige Konzepte, welche die gesetzlichen Anforderungen ber├╝cksichtigen, und implementieren L├Âsungen, die langfristig die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele unterst├╝tzen.

An der Stelle kommst ja dann du ins Spiel: Warum braucht es einen Corporate Sustainability Manager und wie begreifst du diese Rolle?

Ein Corporate Sustainability Manager bildet die Klammer um viele Einzelprozesse, um diese dann in ein holistisches Konzept zu integrieren. Informationen ├╝ber Entwicklungen, neue Kundenanforderungen oder versch├Ąrfte gesetzliche Regularien sammeln, Ma├čnahmen zur Reduzierung unseres Energiebedarfs umsetzen; all diese Aktionen gilt es in eine ├╝bergeordnete Strategie zu ├╝berf├╝hren und so f├╝r PROMATIS geeignete Ma├čnahmen zu identifizieren, die langfristig die globalen Ziele unterst├╝tzen.

Wie sieht diese Strategie denn bei PROMATIS aus und welche konkreten Ma├čnahmen werden aktuell als Teil dieser Strategie schon umgesetzt?

PROMATIS baut hier auf drei Pfeiler. Die ├ľkonomie und ├ľkologie im Alltag, beinhaltet alle kleinen Ma├čnahmen, die wir im Alltag umsetzten. Beispiele hierf├╝r sind Business E-Bikes, Dienstreisen bevorzugt mit der Bahn oder der regionale Bio-Obstkorb. Ein weiterer Pfeiler ist die Entwicklung neuer nachhaltiger Gesch├Ąftsmodelle mit unserem Partner Horus auf Basis des Green BPM (Business Process Management), das die klassischen Gesch├Ąftsprozesse um eine ├Âkologische Dimension erweitert. Die letzte und aktuell wichtigste S├Ąule ist die aktive Teilnahme am Klimaneutralit├Ątsnetzwerk der Technologieregion Karlsruhe mit dem Ziel, ein klimaneutrales Unternehmen zu werden.

TIPP: Wer mehr zum Thema Green BPM erfahren m├Âchte, ist mit diesem Blogbeitrag unseres Partners Horus bestens bedient!

Welche Ziele verbindest du mit der Teilnahme an der Netzwerkinitiative?

Die Zielsetzung ist einfach zu nennen: PROMATIS klimaneutral und wirtschaftlich in die Zukunft f├╝hren. Das Netzwerk unterst├╝tzt uns dabei mit der fachlichen Expertise, konkreten Ma├čnahmen zur Umsetzung, Kontrollmechanismen und vor allem durch den aktiven Austausch mit Experten und anderen teilnehmenden Unternehmen.

Konnten im Rahmen des Klimaneutralit├Ątsnetzwerks schon konkrete Schritte unternommen werden und kannst du einen kurzen Ausblick dazu geben, welche Ma├čnahmen f├╝rs kommende Jahr geplant sind?

Ende April fiel der offizielle Startschuss mit einem Auftakttreffen der Teilnehmer, Tr├Ąger und Partner. Neben Networking war das zentrale Thema die Erreichung des ersten Meilensteins, der Aufbau eines THG (Treibhausgasminderung)-Reporting. Hierzu werden die Emissionen ├╝ber alle Bereiche wie Fuhrpark, Geb├Ąude, aber auch Lieferanten, festgehalten und anschlie├čend abgestimmte Ma├čnahmen zur Reduktion definiert. Da das Netzwerk ├╝ber drei Jahre bestehen wird, bleibt uns ausreichend Spielraum, geeignete Ma├čnahmen zu identifizieren, im aktiven Betrieb zu testen, die Ergebnisse zu analysieren und im Anschluss zu optimieren.

Vielen Dank f├╝r die spannenden Einblicke! Was kannst du zum Abschluss des Interviews Unternehmen, die sich in Sachen Nachhaltigkeit engagieren wollen, mitgeben?

Wie bei jeder umfassenden Neuerung oder ├änderung in einem Unternehmen, muss auch das Thema Nachhaltigkeit in der Gesch├Ąftsf├╝hrung verankert und von dieser getrieben werden. Das Topic sowie dessen Bedeutung muss kommuniziert und die eigenen Mitarbeiter mit ins Boot geholt werden. Die Teilnahme an Netzwerken, die sich mit dem Thema Nachhaltigkeit intensiv befassen ist sehr hilfreich, es sollte jedoch gepr├╝ft werden, ob die jeweilige Organisation zum eigenen Unternehmen passt. Unterst├╝tzend stehen zahlreiche Best Practices und offizielle Leitf├Ąden zur Verf├╝gung, ob f├╝r die Erstellung einer THG-Bilanz oder f├╝r ein transparentes Reporting; hier ist immer die Zielsetzung entscheidend und ein wenig Recherche. Vielleicht noch ein kleiner Hinweis f├╝r den Einstieg: auch mit kleinen Ma├čnahmen zu starten, ist hilfreich. Das f├Ârdert das Bewusstsein im Unternehmen und legt oftmals den Grundstein f├╝r umfassende Nachhaltigkeitsprogramme.

 

Literaturverzeichnis
Landesbank Baden-W├╝rttemberg: LBBW-Studie: Nachhaltige Unternehmen sind erfolgreicher, in: LBBW Webspace, o. D.
(abgerufen am 18.05.2022).